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#41 Wie lässt sich Kreativität aktiv steigern?

15 Aug 2022, Geschrieben von René Wasmund in Podcast

Kreativität steigern – Was kann ich aktiv dafür tun?

Kennst Du das auch im Alltag – Dein Kopf fühlt sich leer an, Du hast keine Ideen, keine Inspiration, Versagensängste, Stress, obwohl Du Dich selbst als kreativ kennst?

Vielleicht liegt es daran, dass Dein Leben zu stressig und hektisch läuft.

Kreativität kommt aus der rechten Gehirnhälfte

Für Kreativität und Schöpferkraft brauchen wir eine rechte Gehirnhälfte, die genauso aktiv eingesetzt wird wie die linke.

Wir erzielen optimale Ergebnisse und fühlen uns wirklich gut, wenn beide Gehirnhälften gleichermaßen aktiviert sind und keine von beiden überbetont ist

Wir brauchen die rechte Gehirnhälfte nicht, um überleben zu können – als linkshirnige Logiker und Materialisten kommen wir durch. Fraglich ist, ob überleben das Ziel ist und nicht Erleben die bessere Variante sein könnte.

Die rechte Gehirnhälfte ist unsere Empfangsstation für den kreativen Seinsbereich, der über logische Denkfähigkeiten, die nur bereits gemachte Erfahrungen berücksichtigt, hinausgeht

Schöpferkraft bedeutet Vorstellungskraft – für Lösungen und Ideen, wo es Probleme und Fragen gibt, für Normalität, wo Anomalien vorherrschen und für Harmonie, wo es Konflikte gibt.

Jedes Gemälde entsteht zuerst vor dem inneren Auge des Künstlers, der Modeschöpfer sieht das fertige Kleid, bevor er daran zu arbeiten beginnt und der Architekt hat das Bauwerk vor seinem geistigen Auge längst fertiggestellt, bevor er beginnt, es zu zeichnen.

Wie geht das, die Gehirnfrequenz auf das Niveau der besten Kreativität zu bringen?

Die positive Nachricht: das kann jeder!

Gehirnschwingungen aktiv verlangsamen

Es braucht dafür die Verlangsamung der Gehirnschwingungen.

Der normale Mensch lebt mit einer Gehirnfrequenz zwischen 1 und 20 Zyklen pro Sekunde – 20 Zyklen im Wachzustand, 1 bis 4 Zyklen während des Schlafs. Nur äußerst selten wird mit den dazwischen liegenden Frequenzen gearbeitet, außer in der Übergangsphase zwischen Schlafen und Wachsein bzw. umgekehrt.  Bei den Zwischensequenzen handelt es sich um den sogenannten Alpha-Zustand.

Wer seine Probleme aus dem Alpha-Zustand heraus durchdenkt, ist in seiner Mitte zentriert. Antworten auf Fragen oder Probleme, die in diesem Zustand generiert werden, sind um ein Vielfaches häufiger zutreffend als Antworten, die bei höheren Gehirnfrequenzen generiert werden. Das, was wir manchmal „instinktiv oder intuitiv begabt“ nennen – dahinter steckt jedoch nichts weiter als das Ergebnis einer Aktivierung der rechten Gehirnhälfte

Bewusstes Tagträumen ist der Schlüssel

Die rechte Gehirnhälfte wird aktiviert, wenn wir beginnen, uns in einem entspannten Zustand etwas bildhaft vorzustellen – es braucht also lediglich die Bereitschaft, sich aktiv dem Tagträumen hinzugeben … also dem, was in der Schule tunlichst verboten ist

Im Grunde handelt es sich um eine aktive, dynamische Form der Meditation.

Während bei der Meditation eine gewissen „Gedankenlosigkeit“ angestrebt wird, ist es hier der Zustand einer „Bewusstseinsfülle“, der erzielt wird.

Wichtig ist zudem, Spannungen zu lösen, die sich durch Ereignisse des Tages im Körper manifestiert haben – das ist eine Art Verkrampfung, die es bewusst loszulassen gilt.

Wie entspannt man sich tief genug?

Und so gehst Du vor, um Dich zu entspannen:

Du konzentrierst Dich auf einen Körperteil nach dem anderen vom Kopf bis zu den Zehen und fühlst, wie jeder Teil reagiert und sich entspannt. Du gehst weitergehen erst, wenn der aktuelle Teil wirklich entspannt ist

Wie kann ich es trainieren, in einen kreativen Zustand zu kommen?

Eine Möglichkeit ist es, über drei Wochen eine Routine durchzuführen, die Bewusstseinsfülle schafft – es braucht dafür nicht länger als etwa drei Mal fünf Minuten pro Tag

  • Beispielhaft Tag 1:

– Morgens: Training der Entspannungsfähigkeit – Erreichen Alpha-Zustand

  1. aufwachen, mit geradem Rücken aufsetzen
  1. Augen schließen und leicht nach oben blicken
  1. von 100 bis 1 rückwärts zählen (nicht vorwärts, weil uns das handlungsbereit macht – wir wollen uns jedoch entspannen)
  1. Bei 1 sage innerlich zu Dir: „Mit jeder Entspannung komme ich schneller in die Tiefe – schneller, tiefer.“
  1. Übung beenden, indem Du von 1-5 zählst – bei 3 innehalten und innerlich sagen: „Wenn ich die Augen aufmache, bin ich hellwach und fühle mich großartig.“
  1. Bei 5 Augen öffnen und sagen: „Ich bin hellwach und fühle mich großartig.“

 – Mittags: Training der bildlichen Vorstellung als Aktivität des rechten Gehirns

  1. Bequem sitzen und Augen schließen
  1. Pupillen leicht nach oben drehen
  1. von 100 bis 1 zählen
  1. Visualisiere einen unaufgeschnittenen Apfel.
  1. Stelle Dir vor, dass Du den Apfel halbierst und beide Hälften auseinanderfallen, so dass Du das Innere des Apfels sehen kannst.
  1. Füge die Hälften wieder zusammen und lasse den Apfel verschwinden.
  1. Übung beenden, indem Du von 1-5 zählst – bei 3 innehalten und innerlich sagen: „Wenn ich die Augen aufmache, bin ich hellwach und fühle mich großartig.“
  1. Bei 5 Augen öffnen und sagen: „Ich bin hellwach und fühle mich großartig.“

– Abends: Kombination von Erreichen Alpha-Zustand u. bildlicher Vorstellung

  1. Entspannung des ganzen Körpers mit Entstpannungssequenz
  1. Apfel vom Mittag noch einmal vorstellen und das Fruchtfleisch, die Kerne, die Schale visualisieren – Geruch, Geschmack vorstellen
  1. Apfel verschwinden lassen
  1. Übung mit Limette und Knoblauch wiederholen
  1. Übung beenden, indem Du von 1-5 zählst – bei 3 innehalten und innerlich sagen: „Wenn ich die Augen aufmache, bin ich hellwach und fühle mich großartig.“
  1. Bei 5 Augen öffnen und sagen: „Ich bin hellwach und fühle mich großartig.“